Viele Segelfreunde wissen: Niederländische Binnengewässer wie das Markermeer sind bereits seit ein paar Jahren in jeder Saison reich „gesegnet“ mit Wasserpflanzen. Die in recht kurzer Zeit imposante Längen erreichen können – und sich u.a. besonders gern um die Ruder von Yachten wickeln. Anfangs hatte man noch versucht, das Problem zu minimieren durch das kurzzeitige „Mähen“ von Fahrstraßen durch die wuchernden Pflanzen. Diese erwiesen sich nur viel zu schmal, um in diesem Revier wirklich unbesorgt und mit Platz segeln zu können. Eine weitere, langfristige Idee ist die Aussetzung bestimmter Fischarten wie der Brachse (NL: Brasem), zu deren natürlichen Gewohnheit es gehört, den Grund aufzuwühlen. Sobald einmal wieder genug dieser aktuell weg gefischten Bestände vorhanden sind, so die Argumentation, können sich die Wasserpflanzen kaum noch ansiedeln. Wo jedoch keine Wasserpflanzen wachsen, da wird es trübes Wasser und möglicherweise auch Blaualgen geben, lautet die Gegenargumentation. Was ist schlecht an trübem Wasser, das muss nicht schmutzig sein, hieß es darauf….Hin und her und zurück ging die Diskussion – inzwischen wucherten die Wasserpflanzen munter weiter.

Wasserpflanzen vor Hoorn

Wasserpflanzen vor dem Markermeer-Städtchen Hoorn, 2017. Quelle: www.hoorn.news.nl

Noch stets ist nicht eindeutig geklärt, wessen Zuständigkeit dieses Problem nun ist: Sind hier die einzelnen Gemeinden gefragt oder Rijkswaterstaat, die offiziell beauftragte Instanz, die sich um die Befahrbarkeit der niederländischen Gewässer kümmert? Vielleicht beide, zu jeweils fairen Anteilen, oder gar noch eine 3. 4. x-te Instanz (Provinzen…)? Was man mittlerweile zum Glück wohl erkannt hat: Wassersportler (allen Geschlechts) und sonstige Touristen wollen mit ihrer Urlaubsplanung nicht auf das Ende dieser Debatten warten müssen. Genauso wenig wie die Jachthäfen, die Jachtvermieter oder die historischen Städtchen rings um das niederländische Markermeer und die Randmeren. Da gerade auch das Markermeer und die Randmeren zum Großteil vom Tourismus leben, war im vergangenen Herbst dann auch die Zeit reif für ein paar Entscheidungen.

Als Ergebnis wurde inzwischen konkret mehr Aktion unternommen. Hierzu gehört einerseits das Abmähen von Wasserpflanzen auf deutlich größeren Flachen. In dieser Saison ist es zunächst geplant für Gebiete im Markermeer (400 ha), im IJmeer (500 ha) und in den Randmeren (600 ha). Die Provinz Noord Holland erklärte sich bereit, €1,25 Millionen Finanzmittel bereit zu stellen für die Arbeitet – gesetzt, auch Rijkswaterstaat und andere Provinzen beteiligen sich an Arbeit und Kosten. Letzteres soll u.a. auch in Form einer Vertiefung bestehender Fahrwege geschehen. (Quelle: Waterrecreatieadvies, Artikel vom 29. März 2018).

Weiter gibt es zwei konkrete Aktionen, die gestartet wurden, um verlässliche Daten zu sammeln – mittels Crowdsourcing: Die Webseite Waterplantmelder.nl hat ein einfaches Webformular, mit dem jemand neu gesichtete Wasserpflanzen melden kann. Die Abteilung Ontwikkelingen (Entwicklungen) auf dieser gleichen Seite berichtet, wo jeweils konkret Arbeiten zur Beseitigung der Wasserpflanzen laufen und zeigt eine Übersichtskarte, wo die kritischen Orte sind – und welche Zonen nach jeweils aktuellem Stand noch bzw. wieder frei von Wasserpflanzen sind.

So wird beispielsweise gemeldet: „Seit dem Montag, 18. Juni finden intensive Mäharbeiten statt, um die geplante Fläche von 600 Hektar frei zu bekommenim  Gooi- und Eemmeer, dem Wolderwijd sowie bei den Häfen und Inselchen der Randmeren“.

Übersichtskarte Wasserpflanzen

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Auch wurde eine spezielle, gleichnamige App entwickelt, Waterplantmelder, mit der neu aufgetauchte Wasserpflanzen sehr schnell und einfach gemeldet werden können, inklusive Photos. Letzteres macht auch Sinn, um falschen Alarmmeldungen vorzubeugen. Denn was für die einen ein harmloses Schilfgras ist….Die App ist gratis, hier im Google Play Store und hier die App Store Version.

Waterplanten melder APP

Das Melden gesichteter Pflanzen könnte simpler nicht sein:
Oppervlakte  = Oberfläche in m²
Type = Sorte (falls bekannt). Hier: Laichkräuter (Fonteinkruid) .

Im grünen Bereich steht:
Bild keine Wasserpflanze oder Meldung nicht korrekt? Hier klicken!
Benutzeroberfläche zur meldung von Wasserpflanzen

 

Alle Aktionen kombiniert geben Optimismus! Wir schätzen, dass das Problem der Wasserpflanzen im Markermeer in der jetzt aktuellen Saison bald zumindest stark eingedämmt sein wird. Bleiben die Maßnahmen danach regelmäßig und effizient genug, könnte das Problem in absehbarer Zeit sogar ganz gelöst sein.  Aktuelle Berichte zur Lage gibt es ab jetzt jedenfalls stets auf der jungen Webseite Waterplantmelder.nl!